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Christoph Keese

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Die Koalitionsverhandlungen zwischen Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und CDU Deutschlands / Christlich-Soziale Union sind ins Stocken geraten. Wieder verfallen vor allem die Sozialdemokraten in ihren alten Habitus, als hätten sie die Wahl nicht verloren und als könnten wir uns ein Weiter-so wirtschaftlich und gesellschaftlich leisten. Die Körperschaftssteuer soll laut SPD nur um einen Prozentpunkt auf 14% sinken, und das auch erst 2029 (berichtet das Handelsblatt). Einkommenssteuersenkungen will die SPD aufkommensneutral stellen, also den Spitzensteuersatz erhöhen. Carbon Capturing soll auf ein Minimum reduziert werden, Kernfusion hält die SPD für ein Hirngespinst. Die von der CDU formulierte Vision, dass der erste Fusionsreaktor der Welt in Deutschland stehen soll, möchte die SPD kassieren. Das sind nur einige Beispiele für die vielen Wachstumsbremsen, die von SPD-Unterhändlern derzeit in die Papiere der Arbeitsgruppen geschrieben werden. Wir machen offenbar so Klein-Klein weiter wie bisher, außer jetzt mit gewaltigen Schulden. Wenn diese Koalitionsverhandlungen so weitergehen, gibt es wieder keine positive Vision für dieses Land, keine ehrgeizigen Pläne, keine Aufbruchsstimmung und keine Begeisterung für das Neue und für Technologie. Lesenswert in diesem Zusammenhang ist der neue Bericht (13. März) des Deutsche Bank Research Institute (Autoren: David Folkerts-Landau und Robin Winkler). Darin heißt es richtig: “Germany stands at a crossroads in its postwar history. The economic prosperity of recent decades is under pressure from geopolitical and technological paradigm changes. The golden years of globalization are over, and increasingly rough winds in global trade are exposing Germany's structural weaknesses. Last year the German economy posted the lowest growth rate among the G7 industrial nations. A recovery is not yet in sight, especially as global headwinds are threatening to become even stronger under the new US administration. In short, the German economy is facing secular stagnation. The next legislative term is decisive for Germany's future. It is perhaps the last chance to set the course for growth again. The top priority of the next federal government should be a policy agenda to preserve Germany's prosperity and security for future generations. Maintaining the status quo would lead not only to a progressive loss of competitiveness and jobs but also to even greater political fragmentation." Zwei Grafiken aus diesem Bericht: Beim Wachstum des realen BIP fallen wir hinter die anderen G7-Staaten zurück. Und beim BIP pro Kopf laufen uns die USA davon. Dies könnte unsere letzte Chance sein, eine Wende aus der bürgerlichen Mitte heraus zu schaffen. Alle Koalitionäre sollten sich daher jetzt zu Wachstum, Technologie, Aufbruch, Investition, Arbeit und Leistung bekennen. Nur daraus entsteht Wohlstand. Meine LinkedIn-Posts direkt als Newsletter in Ihre Mailbox. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Vor einigen Tagen hat Gabor Steingart sein neues Buch vorgestellt: „Systemversagen – Aufstieg und Fall einer großartigen Wirtschaftsnation" (Penguin Random House). Gleich danach habe ich begonnen, es zu lesen. Er hat ein Opus Magnum abgeliefert: eine 560 Seiten lange, faktengeladene Erzählung der geschichtlichen, sozialen und ökonomischen Faktoren, die uns erst reich gemacht haben und jetzt in Dauerstagnation und Mittelmaß führen. Von Stalin über Adenauer, Erhard, Schmidt, Kohl bis zu Merkel schlüsselt Steingart die Epochen der großen Weichensteller auf; er analysiert unsere Rolle auf den Weltmärkten, porträtiert die großen Konkurrenten, schildert die Versäumnisse und Chancen des Westens, erstellt ein Programm für das, was jetzt zu tun ist. Der wirtschaftliche Niedergang Deutschlands, die inzwischen galoppierende De-Industrialisierung, das oft ambitionslose „Wir sind zufrieden, mit dem, was wir haben, und wollen gar nicht mehr“ – all dies Entwicklungen sind Ergebnisse langer historischer Linien. Aufzeigen und verstehen kann man die Gefahr nur, wenn man diese Linien nachzeichnet. Genau das tut Steingart. Und allen Simplifizierern hält er entgegen: Es gibt nicht den einen Grund für unsere Formschwäche, und deswegen gibt es auch nicht die eine Lösung, um wieder aus ihr herauszufinden. Gabor Steingart lässt Komplexität zu, erklärt sie aber unerreicht verständlich und prägnant. Ein Text, so glänzend und unterhaltsam geschrieben, voller Wortwitz und interessanten Einsichten, wie wir es von Gabor Steingart gewohnt sind. Ein notwendiges, ein wichtiges, ein unverzichtbares Buch. Was kann es bewegen? Den öffentlichen Rückhalt dafür anzufachen, damit sich endlich etwas ändert. Auch Ludwig Erhard kommt in „Systemversagen" ausführlich vor: der Vordenker der sozialen Marktwirtschaft, mit dem auch ich mich gerade intensiv beschäftige. Gemeinsam bringen wir „Wohlstand für alle“ demnächst in einer neu interpretierten Fassung für die Gegenwart heraus. Die Infografik stammt aus dem Bilderteil des Buchs. Sie zeigt, wie klein die Marktkapitalisierung deutschen Unternehmen im Verhältnis zu den US-Techkonzernen inzwischen geworden ist. The Pioneer
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Christoph Keese

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19mo

Heute Abend wählen die USA. Aus diesem Anlass ein Blick auf den börsennotierten Teil der amerikanischen Wirtschaft. Die eindrucksvolle Grafik unten stammt von FinViz. Sie enthält interessante Informationen. Die Grafik zeigt die relativen Marktgewichte (Branchen und Firmen) des S&P 500. Dieser Index enthält knapp ein Zehntel der US-Firmen, die an den Börsen notiert sind. Es ist das obere Zehntel mit der höchsten Marktkapitalisierung. Schätzungen zufolge werden etwa 40-50% des US-BIP von börsennotierten Firmen erwirtschaftet. Die andere Hälfte notiert nicht an der Börse. Was die Grafik zeigt: 1️⃣ Der Technologie-Sektor gibt bei den börsennotierten US-Firmen den Ton an. 2️⃣ Technologie führt dort mit weitem Abstand vor der Finanzbranche und Kommunikation. 3️⃣ Klassische Branchen wie Gesundheit, Industrie, Energie, Immobilien, Versorger oder Konsumgüter spielen nur noch untergeordnete Rollen. Vor einigen Jahrzehnten hatten sie noch geführt. 4️⃣ Im Laufe einer einzigen Generation hat sich die amerikanische Volkswirtschaft weitgehend neu erfunden. Fast die Hälfte der wichtigsten Börsenwerte stammt von vergleichsweise jungen Unternehmen. Jünger jedenfalls als die vielen Dax-Schwergewichte, die über 100 Jahre alt sind. Die meisten dieser jungen Firmen wurden mit Venture Capital aufgebaut. Anders als Deutschland, klammern die USA nicht am Alten fest, sondern umarmen das Neue. 5️⃣ In den digital-dominierten Sektoren wie Technologie, Kommunikation oder zyklische Konsumgütern beherrschen einige wenige Unternehmen den Markt. Ein bis zwei Spieler vereinen >50% der Marktkapitalisierung auf sich. Das bestätigt die Hypothese, dass digitale Märkte zur Duo- oder Monopolbildung neigen. 6️⃣ Die Farben der Grafik symbolisieren den Wertzuwachs (grün) oder Wertverlust (rot) der vergangenen 12 Monate. Die US-Aktienwirtschaft steht fast komplett auf grün. 7️⃣ Die Renditen der einzelnen Aktien zeigen, wie gut eine Volkswirtschaft beraten ist, einen guten Teil ihrer Altersversorgung in Aktien zu investieren statt in Umlageverfahren wie in Deutschland. Auch wenn diese Zahlen nur ein Jahr umfassen, deuten sie an, wie klug es ist, Altersvorsorge in Aktien zu investieren. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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19mo

Die neue Bundesregierung wird nach ihrer Wahl überlegen müssen, wie sie die Investitionstätigkeit in Deutschland ankurbelt. Eine Rolle könnte dabei das Geldvermögen der Privathaushalte spielen. Mehr als 3,2 Billionen Euro – etwa 3.254 Milliarden – liegen laut Deutsche Bundesbank (Stand: 31.3.2024) in Bargeld, Sicht-, Spar- und Termineinlagen sowie Sparbriefen. Dort bringen sie den Privathaushalten kaum Zinsen. Vor allem tragen sie nur wenig zur Erneuerung der Volkswirtschaft bei. Zwar vergeben die Banken einen Teil des Geldes als Kredit an Unternehmen weiter. Doch deren Eigenkapitalbasis wird damit nicht gestärkt. Ein gewaltiger Schatz schläft also kaum genutzt auf unseren Girokonten. Einige Vergleiche zeigen seine Dimension: ➡ Die Privathaushalte lagern dreimal mehr Geld in Sichteinlagen als in Aktien. ➡ Dreimal mehr als sie in Fonds investiert haben. ➡ Ihre Kontobestände sind siebenmal größer als der Bundeshaushalt. ➡ Im Schnitt sind es mehr als 53.000 Euro pro wahlberechtigtem Bürger. ➡ 77% des Bruttoinlandsprodukts eines Jahres liegen bar auf der Bank. ➡ Ausländische Investoren haben 2023 nur 14 Milliarden Euro neu in deutsche Unternehmen investiert. Deutsche Privatleute halten also das 231-fache des Betrags auf ihren Konten, den Ausländer in ihre Firmen investieren. Natürlich steht es allen Privatleuten frei, mit ihrem Geld zu tun, was sie wollen. Auch kann man geparkte Milliarden nicht komplett zu Investitionen heranziehen. Viel von diesem Geld dient als Notgroschen, wird für Anschaffungen zurückgehalten oder parkt am Spielfeldrand für Neuanlage in andere Assetklassen. Es wäre naiv und gefährlich, dieses Geld überstürzt mobilisieren zu wollen. Viele Volkswirte und Studien haben darauf hingewiesen. Trotzdem: Wir sitzen auf einem Schatz, den wir mit klugen Anreizen der Regierung mobilisieren sollten. Die Rücklagen in Versicherungs- und Alterssicherungen, Schuldverschreibungen und Sichteinlagen summieren sich derzeit auf rund 5,8 Billionen Euro, während nur rund 2 Billionen in Aktien und Fonds stecken, also dem direkt produktiven Kapital zugute kommen. Das ist nicht gesund für ein Land mit derart großem Investitionsstau wie Deutschland. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Oberflächlich gesehen, ist die Ampel-Koalition an der Schuldenbremse gescheitert. Doch selbst den gewissenhaftesten Anhängern der Haushaltsdisziplin ist klar: Wir müssen mehr investieren und sollten dafür unseren guten Namen auf den Finanzmärkten nutzen. Ohne unser AAA-Rating bei Standard & Poor's Financial Services LLC oder Aaa bei Moody's Corporation zu gefährden, können wir mehrere hundert Milliarden Euro Neuverschuldung aufnehmen. Das ist nicht die Frage. Die Frage ist stattdessen: Wofür geben wir die neuen Schulden aus? Christian Lindner hat die Ampel nicht gesprengt, weil er eine 08/15-Spar-den-Staat-gesund-Politik verfolgen wollte, sondern weil er genau wusste, wie Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN reagiert hätten, wenn Lindner die Haushaltsbremse für Investitionen gelockert hätte. Zweierlei wäre passiert: ▶️ Alle möglichen Konsumvorhaben und Sozialstaatsausweitungen wären zu Investitionen umettikettiert worden. ▶️ Wo das nicht geklappt hätte, hätten seine Kabinettskollegen alle erdenklichen Investitionen in den neuen Invest-Fonds abgeschoben, um mehr Haushaltsgeld für Konsum und Soziales freizuschaufeln. Doch das ist jetzt Geschichte. Eine neue Regierung darf und sollte die Schuldenfrage anders beantworten als die alte. Stefan Schaible, Chef von Roland Berger, hat dieser Tage im Handelsblatt dafür geworben, 200 bis 400 Milliarden neue Schulden aufzunehmen und diese in den nächsten 5-10 Jahren auszugeben: „Deutschland rutscht uns weg. Deutschland zeigt zu wenig Wachstum und droht ins Siechtum zu gleiten. Wir müssen jetzt investieren und gleichzeitig große Reformen angehen." Damit hat er Recht. Was ist unter Ampel falsch war, ist unter einer marktwirtschaftlich denkenden Regierung richtig. Das zeigt schon folgende Zahl: Kanzler Scholz hat Christian Lindner für die Weigerung entlassen, knapp 50 Milliarden Euro neue Schulden freizugeben. Davon betrafen nur 3 Milliarden die Ukraine, über 20 Milliarden allgemeine Haushaltslöcher und weitere >20 Milliarden eine Strompreisdeckelung. Das war bestenfalls ein Konsumprogramm, aber sicher kein Investitionsprogramm. Dem zuzustimmen, wäre ein Fehler gewesen. Für ein echtes Investitionsprogramm aber wären 200 bis 400 Milliarden Euro neue Schulden gut und richtig angelegt. Dies sollte die Union Christlich Demokratische Union als aussichtsreichste Kandidatin der Bundestagswahl in ihr Programm mit aufnehmen. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Heute treffen sich die Wahlleiter aus Bund und Ländern, um zu besprechen, ob eine Bundestagswahl im Januar technisch möglich ist. Hoffentlich schalten sie von Bedenkenträgerei auf Tatkraft um. Eine gemächliche Bürokratie nimmt sich heraus, den Bundeskanzler direkt anzuschreiben und ihn vor „unabwägbaren Risiken" von Neuwahlen im Januar zu warnen. Unter anderem mit der Behauptung, Papier und Druck seien knapp, was sich inzwischen als falsch erwiesen hat. Solche Briefe, wie Bundeswahlleiterin Ruth Brand sie geschrieben hat, entfalten toxische, lähmende Wirkung in jeder Organisation. Kassandra-Schreiben wie dieses hat jeder schon einmal erhalten. Sie versetzen den Empfänger in eine missliche Lage. Entweder man gibt den Bedenken statt – dann geht nichts voran. Oder man setzt sich über sie hinweg – dann trägt man die volle Verantwortung, wenn es schiefgeht. Das rächt sich dann doppelt, weil man ja gegen den Rat der Fachleute verstoßen hat. Als oberster Dienstherr muss ein Bundeskanzler sich solche Briefe verbitten. Besonders dann, wenn sie öffentlich geschrieben werden. Erfrischend daher die Reaktion von Menschen, die in diesem Land etwas bewegen wollen und Verantwortung übernehmen. Papierhersteller und Drucker haben am Wochenende erklärt: Wir schaffen das. Der Chef eines Druckunternehmens bot an, notfalls kostenlos zu drucken, wenn das Land nur eine handlungsfähige Regierung bekäme. Am stärksten war der LinkedPost von Volker Christensen von Ostedruck Bernhard-J. Borgardt GmbH & Co. KG in Richtung der Bundeswahlleiterin: „Und – womöglich für Sie unvorstellbar – würden wir sogar zwischen Weihnachten und Neujahr Sonderschichten für die Zukunft Deutschlands einlegen. Sind auch Sie bereit, Ihre Komfortzone zu verlassen?" Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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All things must pass: Heute ist die letzte Folge des hy Podcast erschienen. Nach 336 Folgen und siebeneinhalb Jahren endet diese wunderbare, aufregende Reise in die Welt der Technologie, Innovation, Geschäftsmodelle und Politik – zumindest in der jetzigen Form. Warum? Weil nicht nur die Welt sich verändert hat, sondern auch das Podcast-Universum. Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen. Mit den vielen neuen Möglichkeiten, die sich heute bieten. Verändert haben sich auch Sophie Ronczka und ich. Sophie hat ihr eigenes Unternehmen für Podcast-Produktion gegründet (mySophie), und die Geschicke von hy – the Axel Springer Consulting Group liegen jetzt in den Händen der nächsten Generation um Sebastian Herzog und Dr. Sebastian Voigt. Und mit „Pricing Friends" und „Return on Innovation" hat hy weitere starke Podcasts am Start. Von uns kommt bald etwas Neues – stay tuned. Wir werden es hier bei LinkedIn verkünden. Für heute vielen Dank Euch allen, die Ihr beim hy Podcast als Gäste mitgemacht habt und als Publikum treu wart. Ich kann mich an jedes einzelne Gespräch lebhaft erinnern, und wir haben von jedem von Euch so viel gelernt. Danke an Lorenz Lanig, unseren begnadeten Cutter und Ton-Künstler. Danke an Sophie Ronczka für ihre starke Redaktion, Produktion und Co-Moderation. Und danke an hy fürs Möglichmachen! 😀 Hört vielleicht einmal in unsere letzte Folge hinein. Sophie hat mich interviewt. Ihre Frage, die mich am meisten zum Nachdenken gebracht hat: „Wenn Du Dir heute etwas für den Start des hy Podcasts raten könntest, was wäre das?" Meine Antwort: Im Podcast!
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19mo

Bundesfinanzminister Christian Lindner fordert in seinem Wendepapier „eine teilweise grundlegende Revision politischer Leitentscheidungen, um Schaden vom Standort Deutschland abzuwenden." Saskia Esken, Vorsitzende der Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) widerspricht: „Durch die Bank sind diese Punkte, die er dort aufgezählt hat, in der Koalition nicht zu verwirklichen." Doch warum sperrt sich die SPD? Die Fakten zeigen klar, dass wir über unsere Verhältnisse leben. Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Zwei Datenpunkte herausgegriffen aus den vielen Belegen, die seit Jahren vorliegen: Wir arbeiten zu wenig. Die Grafik aus Christian Lindners Wendepapier (siehe unten) stammt vom ifo Institute – Leibniz Institute for Economic Research. Pro Jahr arbeiten wir pro Kopf weniger als alle anderen Staaten, mit denen wir im Wettbewerb stehen. Der Draghi-Report der European Commission hatte kürzlich heraus gearbeitet, dass 25% der Produktivitätslücke Europas gegenüber den USA der geringen Stundenzahl zuzuschreiben sind. Wir könnten einen Gutteil der Lücke schließen, wenn wir mehr arbeiteten. Genau das fordert Lindner in seinem Papier. Doch die SPD blockiert. Wir konsumieren zu viel. Zahlungen in eine Rentenkasse, die das Geld noch im selben Monat per Umlageverfahren an Pensionäre ausschüttet, sind Konsumausgaben, keine Investitionen – weil die Rentner die Rente im selben Monat meist konsumieren statt sie zu investieren. Sie können gar nicht anders, da sie von der Rente leben müssen. Wir brauchen endlich die kapitalgedeckte Rente. Besser spät als nie. Die zweite Grafik unten stammt nicht aus dem Lindner-Bericht, sondern vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Sie zeigt, wie viel Geld die Deutsche Rentenversicherung Bund prozentual aus Bundeszuschüssen erhält, und wie hoch diese Zuschüsse im Verhältnis zu den Steuereinnahmen des Bundes sind. Jeweils knapp 25%. Also rund ein Viertel der Rentenversicherung kommt aus Steuern, und rund ein Viertel der Bundessteuern fließt in die Rentenversicherung. Das sind gewaltige Summen. 121 Milliarden Euro sind im Haushaltsentwurf 2025 vorgesehen – der Löwenanteil des Budgets für Arbeit und Soziales (179 Milliarden). Zwar fährt der Bund seine Zuschüsse zurück, doch genau darum dreht sich der Streit. Ja, der Bund zahlt mit dem Zuschuss Leistungen, die nicht den Versicherten zugute kommen und deswegen auf die Allgemeinheit umgelegt werden. Trotzdem können wir es nicht mehr leisten, ein Viertel aller Steuern des Bundes in ein Konsum-Umlageverfahren zu stecken, während wir Investitionen vernachlässigen – bei Schulen, Brücken, Straßen, Stromtrassen, Datennetzen. Wenig arbeiten und viel konsumieren – das ist Leben über die eigenen Verhältnisse. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Mein neues Projekt mit The Pioneer, gestern angekündigt auf der MyWay – Der Strategiegipfel der Familienunternehmen: Wohlstand für alle. Für heute. Wir spüren es allerorten: Deutschland hat die Grundlagen seines Wohlstands vergessen. In der öffentlichen Debatte geht es fast immer um die Verteilung von Wohlstand, fast nie um seine Gewinnung. Fast so, als hätte es Ludwig Erhard nie gegeben. Leistung und Wettbewerb, Wachstum und Innovation, Tatkraft, Mut und Initiative hießen Erhards Wirtschaftswunderwaffen. Heute sind sie in Verruf geraten. Eine Bundesarbeitsministerin bezeichnet als „Bullshit", was eigentlich auf den ersten Blick zu sehen ist: Wir leben über unsere Verhältnisse. Wir müssen mehr leisten und mehr erwirtschaften, um uns den Sozialstaat in seiner heutigen Form weiter leisten zu können. In einer Demokratie entscheiden Mehrheiten. Doch eine Mehrheit den Nordstern aus dem Blick verloren. Dagegen müssen und können wir etwas tun. Wir gründen die Pioneer Academy, um den ökonomischen Sachverstand in Deutschland zu mehren. Was wir konkret tun: 👉 Wir bringen Ludwigs Erhards Klassiker „Wohlstand für alle“ neu heraus: prägnant, gekürzt, einprägsam, ins Heute transponiert. Die Neuauflage heißt „Wohlstand für alle. Für heute“. Möglichst viele Menschen sollen es bekommen. 👉 Wir produzieren Videos, um Menschen dort zu erreichen, wo sie hinschauen: YouTube, Instagram, TikTok. 30 Minuten, 30 Sekunden, 3 Sekunden. 👉 Wir schaffen Video-„Masterclasses“ als Enzyklopädie des Unternehmerwissens. Mit Menschen als Stars, die Außergewöhnliches geschaffen haben und als lebendige Vorbilder dienen können. 👉 Wir schaffen Live-Erlebnisse auf den Pioneer-Schiffen, in Unternehmen, auf Marktplätzen. Junge Menschen kommen in direkten Kontakt mit Unternehmerinnen und Unternehmern und sehen: Das sind keine Ausbeuter, sondern kreative Schöpfer, die Wohlstand schaffen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit Gabor Steingarts großartigem Team: Projektleiterin Thi Nguyen, CEO Paul Horlacher, Creative Director Bojan Jurczyk, Director Growth & Product Moritz Klein und vielen anderen. Ihr seid stark! Eure und Ihre Unterstützung können wir gut gebrauchen. Alle Details unter: https://lnkd.in/djR_-bXF Unten das Video, das die Pioneer Academy beschreibt. https://lnkd.in/daFDDuAs
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19mo

Rechnen wir einmal kurz durch, wie viel Geld Elon Musk mit der Unterstützung Donald Trumps bei der Präsidentschaftswahl verdient hat. Einbeziehen können wir nicht die Wertsteigerungen von SpaceX inklusive STARLINK, X oder die vielen anderen Unternehmen, an den Musk beteiligt ist. Sie sind nicht an der Börse notiert. Wir kennen nur den Börsenwert von Tesla (siehe Grafik). Der Parteitag der Republikaner, auf dem Trump nominiert wurde, fand vom 15. bis 18. Juli in Milwaukee statt. In der dritten Juniwoche hatte die Marktkapitalisierung laut YCharts noch 567 Milliarden Dollar betragen. Nach der Convention war sie um 230 Milliarden auf 796 Milliarden Dollar gestiegen. Trumps erfolgreicher Auftritt bei Joe Rogan (47,7 Millionen Views bei YouTube) löste einen weiteren Sprung aus. Gestern Abend ging Tesla mit 1.023 Milliarden Marktkapitalisierung aus dem Handel. Mithin legte Tesla seit Ende Juni 456 Milliarden Dollar zu. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (P/E-Ratio) erreicht jetzt 87,32 – abenteuerlich für einen Autokonzern. Zum Vergleich: Mercedes-Benz AG steht bei 4,8. Volkswagen bei 3,5. BMW Group und Nissan bei 4,0. Stellantis bei 2,8. General Motors bei 5,8. Es ist nur leicht überspitzt, wenn man sagt: Tesla ist jetzt in Wahrheit keine reine Autoaktie mehr, sondern teilweise eine Trump-Aktie. Elon Musk besitzt rund 12% der Aktien von Tesla, Optionen nicht mit eingerechnet. Rund die Hälfte der Aktien sind angeblich für private Darlehen verpfändet. Rechnen wir also nur jene 6%, die Musk frei über die Börse verkaufen könnte. Und stellen wir die These auf, dass der Aktiensprung tatsächlich kausal mit Trumps Nominierung und Wahl zusammenhängt. Dann hätte Musk 6% von 456 Milliarden Dollar = 27,36 Milliarden Dollar mit seiner Wette auf Trump verdient. Investiert hat Musk rund 118 Millionen Dollar in Trumps Wahlkampf, hauptsächlich über America PAC, ein legales Political Action Committee zur Sammlung von Spenden. Die Millionen für die Wahlverlosung sind nicht mitgerechnet. Die Rendite der Investition beträgt somit 23.186% in 4 Monaten, annualisiert also 69.559%. Wie gesagt nur mit Tesla. Die anderen Firmen kommen noch hinzu. Mit dieser Rechnung soll nicht gesagt sein, dass Musk oder Trump damit unethisch oder illegal gehandelt hätten. Oder dass Musk nur seinem Sinn für Geld und nicht seiner Überzeugung als Bürger gefolgt wäre. Die Rechnung zeigt nur, dass Tesla an der Börse stark politisiert wird und Musk davon finanziell profitiert. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Der Jahresbericht der Wirtschaftsweisen liegt vor. Zwar ist das Gremium intern zerstritten, doch sein Bericht lohnt die Lektüre trotzdem. Er zeigt einmal mehr, wie viel Boden Europa und speziell Deutschland im internationalen Vergleich verloren haben. Zwei Grafiken aus dem Bericht illustrieren die Malaise besonders gut: Linke Grafik: Seit dem letzten Jahr vor Covid hat Chinas Industrieproduktion um 30% zugelegt, die Industrieproduktion im Euro-Raum hingegen ist um rund 2% gesunken. Die USA liegen ungefähr so gut im Rennen wie vor Covid. Gleichzeitig hat der Welthandel etwa um 9% zugelegt. Sprich: Chinas Anteil am Welthandel stieg stark, Europas Anteil ging zurück. Eine Ironie der Geschichte: Ausgerechnet China, von wo der SARS-Erreger kam und das so desaströs auf die Pandemie reagiert hat – ausgerechnet China geht als Gewinner aus der Krise hervor. Rechte Grafik: Innerhalb Europas hat Deutschland als einzige große Volkswirtschaft gegenüber Vor-Covid keinen Meter gutgemacht. Wir treten auf der Stelle. Alle anderen Länder konnten ihr BIP um rund 5% steigern. Selbst Spanien, das tiefer in die Krise gefallen war und länger in ihr verharrte, überflügelt uns inzwischen bei weitem. Die Wirtschaftsweisen betiteln ihren Bericht mit: „Versäumnisse angehen, entschlossen modernisieren". Das ist eine höfliche Formulierung für: „Viele Weckrufe bekommen wir nicht mehr. Wir müssen endlich wieder anfangen, mitspielen zu wollen." Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC Link zum vollständigen Bericht als PDF: https://lnkd.in/dwjEEZfi Website des Sachverständigenrats: https://lnkd.in/dnEvVihi
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Was geschieht, wenn Milliardäre Eigentümer machtvoller Medien werden? Die Wahlen in den USA am Dienstag geben eine beunruhigende Antwort: Es hängt vom Milliardär ab. Manche verteidigen demokratische Werte wie Freiheit und Ausgewogenheit, andere missachten sie. Jeff Bezos, Gründer von Amazon, gehört zu den Verteidigern, Elon Musk (Tesla, SpaceX) zu den Verächtern. Dabei ist der Schaden, den Verächter auslösen, oft weitaus größer als der Nutzen, den Verteidiger stiften. Vorbild Jeff Bezos: Er entschied gemeinsam mit seinem neuen Geschäftsführer William Lewis und Chefredakteur Matt Murray, dass die The Washington Post in diesem Jahr erstmals keine Wahlempfehlung abgibt. Seit mehr als einem halben Jahrhundert hatte sie das getan. In der Tradition amerikanischer Qualitätsmedien gilt es als gute Übung, die eigene Haltung klar zu bekennen anstatt sie dem Publikum zwischen den Zeilen unterzujubeln. Nun soll es erstmals anders sein. Der Grund, den Bezos nannte: In Zeiten extrem gespaltener Gesellschaft und immer stärkerer Polarisierung sei es wichtig, dass Qualitätsmedien einen neutralen Ort der Unbefangenheit darstellten. Damit schloss sich Bezos dem europäischen Usus an. Bei uns gibt es bis auf wenige Ausnahmen keine Wahlempfehlungen von Medien. Doch das Publikum der Washington Post reagierte empört. Laut einem Bericht der The New York Times kündigten 200.000 Menschen ihr Abonnement. Die meisten von ihnen hatten sich Parteinahme für Kamala Harris gewünscht. Abschreckendes Beispiel Elon Musk: Ein ausführliche Analyse der The Washington Post bewies jetzt, dass Republikaner bei X (ehemals Twitter) mit ihren Tweets viel besser wegkommen als Demokraten. Die Grafik unten zeigt die Follower-Entwicklung der 50 aktivsten Accounts von Kongressmitgliedern. Republikaner (rot) legten dramatisch mehr Publikum zu als Demokraten (blau). Von allen Tweets, die von Juli bis Oktober über 20 Millionen Views erhielten, kamen 29 von Republikaner und nur 6 von Demokraten. Trump-Freund Elon Musk setzt X offenkundig als politische Waffe ein. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt auch kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Christoph Keese

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Falls Sie gerade aufstehen und wissen möchten, wer die Präsidentschaftswahl in den USA gewonnen hat: Für die nächsten Stunden und vielleicht Tage wird dies vermutlich niemand sagen können. Und auch diese Aussage ist schon so unsicher, dass man sie kaum wagen kann. Es könnte auch ganz schnell gehen. Fünf Eindrücke vom Fernsehschauen in der Nacht: 1️⃣ Die Wahlmaschine der USA scheint aus den bitteren Streits nach der letzten Abstimmung gelernt zu haben. Gegen den Vorwurf der Manipulation, mit der ein unterlegener Donald Trump auch dieses Mal aufwarten würde, hilft nur absolute Transparenz. Medien senden live aus den Hallen, in denen Briefstimmen ausgezählt werden. Wahlvorstände in Bezirken sprechen jedes Detail der Abwicklung direkt in die Kamera. Niemand möchte sich mehr dem Vorwurf aussetzen, irgendetwas ungenau gehandhabt zu haben. 2️⃣ Die Umfragen vor der Wahl haben recht genau prognostiziert, dass sie keinen Gewinner prognostizieren können. In vielen Wahlbezirken wird es extrem eng. Ironischerweise lag die Präzision genau in der Unpräzision. 3️⃣ Über das mächtigste Amt der Welt wird in den einzelnen Wahlbezirken, vielleicht sogar in einzelnen Wahllokalen entschieden. Auf den Popular Vote, also die Summe aller Stimmen quer über alle Bundesstaaten, kommt es wieder einmal nicht an. Wenn dies nicht die älteste Verfassungsdemokratie der Welt wäre, müsste man die demokratische Legitimation des Verfahrens in Zweifel ziehen. Doch genau diese Betonung der Macht einzelner Regionen, Staaten und Bezirke scheint die USA als Demokratie über die Jahrhunderte stabilisiert zu haben. 4️⃣ Eine große Zahl von Wählerinnen und Wähler wollen Donald Trump offenbar wieder im Weißen Haus sehen. Von dem Wunsch, den verurteilten Straftäter entschieden in Rente zu schicken, ist nichts zu erkennen. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt er mit seinen Wahlmännerstimmen vorn. Kamala Harris ist jetzt auf überwiegenden einen Erfolg in den noch offenen Staaten angewiesen, um auf 270 Wahlmännerstimmen zu kommen. Und das wird schwer. In vielen Gebieten liegt sie knapp hinter den Ergebnisse Joe Bidens bei der letzten Wahl. 5️⃣ In Deutschland wird die Regierungsbildung durch die Zersplitterung der Parteienlandschaft zwar immer komplizierter. Doch dafür ist die Sitzverteilung an den meisten Wahlabenden fünf Minuten nach dem Schließen der Wahlurnen meistens klar. Um 18:05 Uhr stehen die Mehrheitsverhältnisse fest. In den USA bleibt es wohl auch dieses Mal noch lange offen, wer gewonnen hat. Und selbst diese Aussage könnte daneben liegen. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Christoph Keese

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Donald Trump gewinnt mit einem Erdrutschsieg die Wahlen in den USA. Mindestens 70 mehr Wahlmännerstimmen als Kamala Harris. 4,7 Millionen Stimmen Vorsprung beim Popular Vote. Mehrheit im Senat, vielleicht Mehrheit im Repräsentantenhaus. Alle drei Gewalten (Exekutive, Legislative, Judikative) klar in den Händen der Republikaner. 27 gegenüber 23 der Neuwahlen von Gouverneuren gewonnen. Am selben Tag entlässt Kanzler Olaf Scholz seinen Bundesfinanzminister und beendet damit die Koalition mit Christian Lindners FDP Freie Demokraten. Die Minister der FDP ziehen sich geschlossen zurück. Diese dramatischen Ereignisse fallen nicht zufällig zusammen. Sie sind auch nicht nur oberflächlich miteinander verknüpft, sondern teilen einen tiefen gemeinsamen Grund: die Entfremdung sozialdemokratischer Parteien von der Wählerbasis, die sie vorgeben zu repräsentieren. Sozialdemokraten vieler Länder haben den arbeitenden Menschen die Kündigung ausgesprochen. Sie sind zu Parteien dünkelhafter urbaner, intellektueller Eliten geworden. Die neue Internationale der Sozialdemokratie findet nicht auf dem Marktplatz, sondern im Audimax statt. Anders lassen sich die Ereignisse in den USA und in Deutschland nicht interpretieren. Kamala Harris hat die Wahlen verloren, weil sie bei fast allen Zielgruppen verloren hat, von denen die Demokraten früher getragen wurden: Arbeiter, Selbständige, Einwanderer, Hispanos, Schwarze. Eine Karte der The Washington Post zeigt County für County, welche Partei zugelegt oder verloren hat. Die Karte ist fast durchgehend rot. https://lnkd.in/dr5mQie3 Die The New York Times hat ihre Analyse zur Wahl gestern Abend treffend überschrieben mit; „Populist Revolt Against Elite's Vision of the United States". Thomas Sigmund schreibt im Handelsblatt: „Die Mehrheit sucht einen Sanierer und keinen Kanzler, der die Problem wegmodernisieren will.“ Und: „Wirtschaftspolitisch war Gerhard Schröder der erfolgreichste Kanzler seit Ludwig Erhard." Damals hatte Schröders SPD 40 Prozent, heute stagniert sie bei 15 Prozent. Gerhard Schröder und Helmut Schmidt sind die eigentlichen Leitsterne der Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), doch die Partei hat mit ihnen gebrochen. Im Falle Schröders noch mehr wegen der Agenda 2010 als wegen Putin. Schröder und Schmidt wussten, dass ihre Klientel guten Lohn für ehrliche Arbeit, starke Führung, klare Kante, gesundes Wachstum, wehrhaften Staat, handwerklich sauberes Regieren, solide Staatsfinanzen, niedrige Steuern und kontrollierte Einwanderung bevorzugt. Bekommen hat sie bei Olaf Scholz das Gegenteil. Schröder holte 40 Prozent mit 42 Prozent Spitzensteuersatz, Olaf Scholz zerstört seine politische Basis mit Bürgergeld und Steuererhöhungen. Nicht Umerziehung wird gewünscht, sondern Anerkennung. Schröder und Schmidt würdigten Leistung. Olaf Scholz überlässt diese Rolle Christian Lindner und Friedrich Merz. Meine LinkedIn-Posts täglich kostenlos per Mail: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Christoph Keese

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Disruption zu verstehen, ist eine Kompetenz geworden, die mehr und mehr Unternehmen und Führungskräfte dringend benötigen. Gestern Abend hat die ESMT Berlin ihren neuen Lehrstuhl für Disruptive Innovation offiziell eingeführt, unterstützt von Team Global. Jörg Rocholl, Präsident der Universität, umriss, warum die ESMT zu Disruption forscht und lehrt, Jörg Kukies beschrieb, weshalb Deutschland hinterher hinkt und was es tun muss, um wieder an die Spitze anzuschließen, Unternehmer und Stifter Lukasz Gadowski schilderte die Wucht von Tech und Disruption in der Praxis, David Robinson und Henry Sauermann umrissen das akademische Programm, Ann-Kristin Achleitner rief dazu auf, dass wir die Chancen endlich nutzen, die wir haben. Private Initiativen wie diese bringen das Land voran. Sie verdienen Beifall. Bulent Bayram #Disruption #Innovation #ESMT
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Christoph Keese

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Das „Scheidungsdokument der Ampel" soll dieses Papier angeblich sein. Christian Lindners Sollbruchstelle, um die ungeliebte Koalition zu verlassen. Ein Exit-Plan der FDP Freie Demokraten, um Neuwahlen auszulösen. Geschrieben auf dem offiziellen Briefpapier des Bundesfinanzministers. Es lohnt sich, das Dokument im Original zu lesen (Link zum PDF steht unten). Das Papier listet viele der bekannten Gründe der Wirtschaftskrise auf. Einige Beispiele: Deutschland fällt im internationalen Vergleich immer weiter zurück. Zum Beispiel bei den Unternehmensinvestitionen liegen wir nur knapp über dem Index-Jahr 2015. Die USA haben seitdem um 40% zugelegt und Frankreich um knapp 30% (siehe Grafik). Bei der Unternehmensbesteuerung liegt Deutschland mit 29,9% (nominal) über Japan, Italien, Korea, Kanada, Frankreich, den Niederlanden, USA, UK, Spanien, Österreich, Schweiz und Irland – entsprechend gering ist der Anreiz, hier zu investieren. Die Kosten für das Erneuerbare-Energien-Gesetz laufen aus dem Ruder. Bei den effektiven Arbeitsstunden liegen wir weit hinter der Konkurrenz. Die Zahl der Erwerbstätigen sinkt ab 2050 unter 50 Millionen. 48,4% des Bundeshaushalts fließen 2024 in Soziales, nur 10,5% in Investitionen. Die Steuereinnahme des Bundes betragen inzwischen 9,5% des BIP. „Deutschland schwächt sich selbst", lautet die erste Kapitelüberschrift des Papiers. Ein treffende Beschreibung. Es folgt eine Sammlung von Gegenmaßnahmen, die fast ausnahmslos vernünftig sind (Soli abschaffen, Senkung der Körperschaftssteuer, mehr Wagniskapital, mehr Spitzenforschung, länger arbeiten, keine deutschen Sonderwege beim Klimaschutz mehr, Zurückfahren der Klimaschutz-Regulierungen etc.). Gemeinsam haben diese Vorschläge eins: Sie sind mit Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kaum zu machen. Ein Scheidungspapier mag dieses Dokument vielleicht sein. Ein Vernunftpapier ist es aber auch. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Posts jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC Christian Lindners Papier im Original als PDF: https://lnkd.in/dxpGcm3v
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Christoph Keese

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Es kommt nicht oft vor, dass man einem historisch bedeutenden Moment persönlich beiwohnt. Am Donnerstag war ein solcher Moment: Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius kündigte auf dem #Weltraumkongress des BDI - Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. 35 Milliarden Euro Investitionen der Bundeswehr für die Raumfahrt an. Im Saal (Berliner Congress Center GmbH) konnte man die Überraschung sofort spüren. Viele Teilnehmer hatten gewusst, dass die Bundeswehr eine eigene Satelliten-Konstellation für 10 Mrd. Euro plante. Aber mit einem derart großen Programm hatte niemand gerechnet. Es ist das größte Weltraumprogramm, das es in Europa jemals gegeben hat. Warum das wichtig ist: ➡️ Russland testet die Grenzen der NATO mit seinen Drohnen-Überflügen immer unverfrorener aus. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis Putin auch die Verteidigungsfähigkeit der europäischen Kommunikationsnetze im All erprobt. ➡️ Laut Pistorius hat Russland eigene Spionage-Satellten direkt neben IntelSat-Satelliten geparkt, die auch von der Bundeswehr benutzt werden. Diese Satelliten könnten Jamming-Sender oder auch Sprengstoff enthalten. ➡️ Bei einem breiteren Angriff würde Russland vermutlich nicht nur europäische Kommunikations- und Aufklärungs-Satelliten stören oder zerstören, sondern auch Galileo angreifen, das europäische GPS-Netz. Es funktioniert präziser als GPS, ist aber verletzlich. Es besteht aus 24 aktiven Satelliten und 6 Reserve-Satelliten. Sie wären relativ leicht zu zerstören und Europa wäre in der Folge ohne eigenes Ortungs-System, damit also quasi orientierungslos. ➡️ Ohne eigene Satelliten kann Europa sich nicht verteidigen. Für alle erdenklichen Zwecke sind sie unverzichtbar geworden. Zum Beispiel lassen sich die Angriffe von Drohnenschwärmen ohne Satelliten gar nicht abwehren – man wüsste nicht genau, wo der Angriff herkommt und könnte die eigene Gegenflotte nicht steuern. Die Bundeswehr unter Pistorius hat diese Gefahr erkannt und handelt entschlossen. Aber sie ist noch längst nicht am Ziel. Sie muss ihr Beschaffungssystem grundlegend renovieren, um das Geld effizient und schnell zu investieren. Und sie muss ihre Initiative europäisch einbetten. Denn soviel Geld 35 Milliarden Euro auch sind: Deutschland allein wird es nicht schaffen, alle Notwendige zu tun.
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Christoph Keese

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19mo

Nach dieser Woche bleiben mir zwei Grafiken besonders in Erinnerung: Erstens: die Wählerwanderung in den Stadt- und Landkreisen der USA (Grafik oben). Rot bedeutet einen Schwung zu den Republikanern, blau zu den Demokraten. Je tiefer die Farbe, desto größer der Wandel. Die Karte ist fast vollständig rot. Donald Trump hat nicht nur wegen des Mehrheitswahlrechts und des Wahlmännersystems gewonnen. Er hat gewonnen, weil fast überall im Land ein fundamentaler Strömungswechsel stattfand. Zweitens: Die untere Grafik zeigt die Zahl seiner Wahlmännerstimmen im historischen Vergleich. Anders als zunächst vermutet, bricht er damit keine Rekorde, sondern liegt eher im Mittelfeld. Beides zusammen genommen bedeutet: Das Wahlmännersystem hat die Wucht der Graswurzelrevolte eher noch gedämpft. Auf Ebene der Wahlkreise schlug sie noch härter zu. Liberale US-Kommentatoren suchen nach Gründen für diese Wechselwut der Basis. Fast alle Leitartikel und Essays, die ich dazu gelesen haben, attestieren den liberalen Eliten einen Verlust der Bodenhaftung. Mehr noch: Sie beobachten eine tiefe Identitätskrise. Geschlechter verschwimmen, gut bezahlte Jobs verschwinden, Gemeinden zersplittern, Milieus zerfasern, Staatszugehörigkeit wird non-binär, digitale Bekanntschaften verdrängen echte Freundschaften. Gleichzeitig fehlt ein gemeinsamer Feind. Die The New York Times zitiert heute einen hohen Kreml-Berater, der dem amerikanischen Außenminister nach dem Zerbrechen der Sowjetunion zuraunte: „Ich glaubt jetzt, ihr habt den Kalten Krieg gewonnen. Dabei fügen wir euch jetzt den schwersten aller Schläge zu: Wir nehmen euch den Feind." Seitdem sei das Raster von Gut und Böse zerbrochen. Damit entsteht bei vielen Menschen ein Wertevakuum. Donald Trump versteht es zu füllen. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Christoph Keese

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Donald Trump hat Elon Musk vorgestern zum Sparbeauftragten der neuen US-Regierung ernannt. Was bedeutet das und vor welchen Aufgaben steht Musk? In seiner Selbstwahrnehmung führt Musk einen lebenslangen Kampf gegen Verschwendung – von Geld, von Zeit, von Chancen. Arbeitshypothese bei jedem seiner Amtsantritte war bislang: Niemand außer ihm weiß wirklich, wie es geht, und die meisten Leute drehen sowieso nur Däumchen. Gutes Zureden hilft nichts, findet er. Nur Schocktherapien führen zur Effizienz. Nach seiner Ernennung durch Trump twitterte Musk denn sogleich: „Wir werden nicht zimperlich vorgehen." Doch welche Verschwendung meint er? Die Bundesregierung der USA gibt in diesem Jahr voraussichtlich 24,02 % des Bruttoinlandsprodukts aus. Auf der großen Grafik (YCharts) ist der langfristige Trend seit 1947 ablesbar. Bis 1967 lag das Federal Budget durchgehend knapp unter 20% des BIP. Während der Ölkrise kletterte es auf 23%, unter Ronald Reagan auf 24%, Bill Clinton drückte es wieder unter 20%. In der Lehmann-Krise kletterte der Wert auf 25%, während Covid auf 44%. Inzwischen liegt er wieder dort, wo er bei Reagan lag – und der war immerhin Republikaner und überzeugter Staats-Minimalist, aber auch ein Kalter Krieger, der Geld für Rüstung brauchte. Wie kann Elon Musk angesichts dieser Daten radikal sparen? Das wird schwer, denn die Werte sind im historischen Vergleich schon recht moderat. Die kleine Grafik (United States Federal Government) zeigt den Anteil der einzelnen Haushaltsposten am Budget 2024. Rund 1,46 Billionen Dollar fließen in Social Security, 912 Milliarden ins Gesundheitswesen, 882 Milliarden in Zinsen, 874 Milliarden in Medicare und ebenfalls 874 Milliarden in Verteidigung. Das sind die Top 5-Posten. Bei Zinsen kann man nicht sparen, bei Verteidigung wird Trump nichts schneiden wollen, sondern eher mehr ausgeben. Also muss Musk entweder die Effizienz der staatlichen Verwaltung erhöhen, zum Beispiel durch bessere Computersystem – das wäre der mühsame, arbeitsame Weg. Oder er streicht die Sozialausgaben zusammen – das bringt Proteste, jedoch wenig Arbeit, wenn man beide Häuser des Kongresses beherrscht. Ganz gleich, was Elon Musk jetzt vorhat: Auf alles, was er tut, fällt der lange Schatten des Interessenkonflikts. Seine Firmen beziehen Milliardenaufträge vom Staat. Jeden Sparstrich, den er ansetzt oder nicht ansetzt, wird ihm den Vorwurf der Vetternwirtschaft einbringen. Die Chancen für einen echten Erfolg jenseits des PR-Effekts sind daher gering. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Christoph Keese

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Auf der MyWay Konferenz von The Pioneer im Berliner WECC Westhafen Event- und Convention Center, moderiert von Chelsea Spieker und Alev Doğan Ein gepackt voller Saal mit Familienunternehmerinnen und -Unternehmer. So voll wie nie zuvor. Die politische Stimmung: ungeduldig, zermürbt von Bürokratie, kampfeslustig, „Jetzt erst recht“, „Wann handelt die Regierung endlich?“ viele zerknirscht von Stagnation, steigenden Kosten, Anspruchshaltung. Aus Gabor Steingarts Eröffnungsrede: „Freizeit ist die Belohnung für Arbeir, nicht ihr Ersatz“ „Friedrich Merz ist ein Wissender. Jetzt muss er noch ein Wollender werden.“ „Wir müssen zuversichtlich sein. Schon allein deswegen, weil unsere Wettbewerber zuversichtlich sind, uns zu schlagen.“ „Bürokratie ist nur ein anderes Wort für Wahnsinn.“ „Wir bauen jeden zweiten begradigten Fluss zurück, aber nicht den Staat.“. „Deutschland ist ein Restrukturierungsfall.“
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Christoph Keese

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Ein interessantes Details aus dem neuen Jahresgutachten der Wirtschaftsweisen (Sachverständigenrat): Beim bargeldlosen Zahlen sind wir in den vergangenen sechs Jahren ganz gut voran gekommen. Doch bei der Kreditvergabe durch FinTechs und BigTechs tragen wird die rote Laterne. Linke Grafik: Vor sechs Jahren zahlten die Deutschen noch >40% ihrer Einkäufe in bar, heute ist es die Hälfte. Überweisung und Lastschrift sind die großen Gewinner, mobile Verfahren und Internetzahlungen hingegen fristen ein Randdasein. Aber immerhin: Wir Deutschen schwören langsam dem Bargeld ab. Rechte Grafik: Bei B2C-Krediten durch FinTechs und BigTech liegen wir weit zurück. Mit FinTechs sind Startups gemeint, die Konsumentendarlehen vergeben oder vermitteln. BigTechs sind Apple, Google, Amazon & Co., die dem Publikum eigene Konsumfinanzierungen anbieten. Hier laufen wir dem Trend mit winzigen Schritten hinterher. Die linke Skala ordnet Deutschland, Niederlande, UK und USA ein. Diese Länder brauchen eine eigene Skala, weil sie so weit hinter China zurück liegen. Deutschland bringt es nur auf 0,02%, China auf 2,4% – also rund 100 mal mehr. Und der Weltschnitt schafft 20 mal mehr als Deutschland. Ist das gut oder schlecht? Sind Darlehen durch FinTechs und BigTechs produktiv oder schädlich? Dazu kann man vielleicht unterschiedlicher Meinung sein. Doch eines steht fest: Die Finanzdienstleister, die diese Kredite vergeben, erblühen eher anderswo als bei uns. Das kann uns nicht egal sein. Champions wachsen meist dort, wo ihre Heimatmärkte sie lieben. Mit unserer konservativen Haltung verpassen wir Chancen.  Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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Christoph Keese

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Der Bitcoin steigt auf die 100.000-Dollar-Marke zu, die er bisher noch nie geknackt hat. Gerade notiert er bei 97.838 Dollar. Einige Fakten dazu: 1️⃣ Seit der US-Wahl am 5. November ist der Kurs um 30.222 Dollar = 44% Prozent gestiegen. Bloomberg schreibt den rapiden Kursanstieg vor allem politischen Gründen zu. Bitcoin-Anleger erwarten, dass Donald Trump Kryptowährungen weiter fördert und sie tiefer ins Finanzsystem integriert. 2️⃣ Trumps designierter Finanzminister Scott Bessent, früher Chief Investment Officer bei Soros Fund Management und Gründer von Key Square Capital Management, gilt als fiskalisch konservativ, zugleich aber als Freund von Krypto-Währungen. Er hat sie als „Waffe zur Förderung der Freiheit“ bezeichnet. Es wird erwartet, dass er Blockchains und Kryptos aktiv fördert. 3️⃣ Designierter Handelsminister ist Howard W. Lutnick, CEO von Cantor Fitzgerald. Er setzt sich seit Jahren für Kryptos ein, bezeichnet den Bitcoin als „digitales Gold“ und könnte eine freundliche Stablecoin-Regulierung unterstützen. Außerdem wird erwartet, dass er Kryptos stärker in den Handel einführt. 4️⃣ Der tägliche Handel mit Bitcoins hat seit April 2023 massiv zugenommen und ist durch starke Schwankungen geprägt (Grafik, 2. Chart von oben). Allerdings ist das Durchschnittsvolumen dabei ständig gestiegen. Seit August 2024 schließt fast jeder Tag mit mindestens 500.000 Transaktionen. Offenbar wächst die Bitcoin-Zielgruppe und die Aufmerksamkeit bei Anlegern steigt. 5️⃣ Die durchschnittliche Mining-Schwierigkeit (3. Chart von oben) liegt auf Rekordniveau. Dieser Index-Wert gibt an, wie kompliziert es ist, einen Bitcoin-Block zu gewinnen. Jeder Block gibt dann 3,125 Bitcoins frei. Vor einigen Tagen überstieg der Wert erstmals 100. Vor einem Jahr hatte er bei etwas über der Hälfte gelegen, Mitte 2021 noch bei 14. Das bedeutet: Auch die steigenden Kosten des Minings tragen zur Wertsteigerung des Bitcoin bei. 6️⃣ Die Gesamtzahl der Bitcoins (4. Chart) nimmt immer langsamer zu, weil die Obergrenze von 21 Millionen näher rückt. Es sind jetzt 19,886 Millionen Bitcoins im Umlauf; das sind 94,698% der maximal möglichen Zahl. Täglich kommen derzeit nur noch 900 Bitcoins dazu, während wie erwähnt eine halbe Millionen Transaktionen pro Tag stattfinden. Das steigert den Nachfragedruck. Fazit: Obwohl Technik den Kurs treibt, dürften politische Gründe den Hauptausschlag für die Preissteigerungen seit dem 5. November geben. Doch hochgespannte Erwartungen auf Krypto-Liberalisierung können auch schnell enttäuscht werden. Deswegen bleibt der Kurs wohl volatil. Lesen Sie LinkedIn-Posts lieber in Ihrer Mailbox? Sie können meine Beiträge jetzt kostenlos per Email bestellen. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC Grafik: YCharts
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Christoph Keese

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Wie verändern Drohnen die Geopolitik und was bedeutet das für Europa? Bei WORLD.MINDS, Lakestar, Finance Summit | 18.09.2025 und auf anderen Kongressen der vergangenen Wochen drehten sich viele Gespräche um Drohnen. Am Freitag veröffentlichte das Handelsblatt dazu eine interessante Titelgeschichte, kurz zuvor der DER SPIEGEL und The Economist. Hier einige Eindrücke, die mir relevant erscheinen: ➡️ Drohnen sind mit konventionellen Waffen kaum zu bekämpfen. Störsender entfalten immer weniger Wirkung, je autonomer die Drohnen fliegen. Viele Drohnen benötigen keine Verbindung zum Piloten oder Netz mehr. Sie lesen die Landschaft autonom von oben. Das Stören aller Frequenzen gleichzeitig ist de facto nicht möglich. Anti-Drohnen-Geschütze sind teuer und decken nur kleine Flächen ab. Lange Grenzen tief gestaffelt zu schützen, überfordert finanziell selbst die NATO. ➡️ Drohnen zwingen dem Gegner neben einem Krieg der Abnutzung auch einen Krieg der Finanzen auf. Von den 21 russischen Shahed-Drohnen, die nach Polen eindrangen, konnten nur 3 abgeschossen werden. Die Drohnen kosteten unter 10.000 € pro Stück, jede der Luft-zu-Luft-Raketen der Abwehrjets aber mehr als 1m€. Wer Schwärme von Drohnen mit Jets abfangen möchte, erwischt niemals alle, verpulvert aber ein Vermögen. Jede durchgekommene Shahed-Drohne kann massive Schäden verursachen, da sie 60 Kilo Sprengstoff tragen kann. ➡️ Angriffe einzelner Drohnen werden künftig Angriffen ganzer Schwärme weichen. Diese Schwärme handeln zunehmend autonom. Sie bahnen sich ihren Weg zum Ziel allein. Auf Gegenangriffe reagieren sie taktisch autark. Sie weichen aus, teilen sich auf, finden wieder zusammen, fliegen Ablenkungsmanöver, bilden Vorhut und Nachhut. ➡️ Das wirksamste Mittel gegen Drohnenschwärme werden Drohnenschwärme sein. Sobald Tausende von Drohnen angreifen, können ihren nur Tausende von Defensiv-Drohnen Herr werden. ➡️ Deswegen besteht effektive Verteidigung in der Massenproduktion. Russland produziert nach Schätzungen des ukrainischen Geheimdienstes rund 2.700 Shahed-Drohnen pro Monat. Alle anderen Drohnentypen mitgerechnet, soll Russlands Produktion derzeit bei 4.000 Stück pro Tag liegen. Schon eine einzige Wochenproduktion ergibt einen Schwarm von 20.000 Stück. ➡️ Europas Drohnen entstehen heute weitgehend in Manufaktur-Produktion. Um mitzuhalten, wird die Umstellung auf Serienproduktion notwendig sein. ➡️ Drohnen und Weltall sind eng miteinander verknüpft. Positionierung, Aufklärung und Kommunikation funktionieren aus dem erdnahen Orbit (LEO) am besten. Deswegen sollte auch die Satelliten-Produktion serialisiert werden, so wie Rheinmetall und ICEYE es mit Radarsatelliten tun. ➡️ Drohnen brauchen flexible Betriebssysteme, wie etwa Auterion sie programmiert. Nur so kommen agile Software-Updates zu den Drohnen. Software jedoch öffnet Flanken für Cyberattacken. Daher führen Kämpfe von Drohnen-Schwärmen zu Bot Battles in der Cloud. Es gewinnt, wer der widerstandsfähigsten Server besitzt.
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Christoph Keese

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WORLD.MINDS Geopolitics, the annual deep dive on current affairs, brings us to Warsaw this year. Polish Foreign Minister und Vice Prime Minister Radosław Sikorski kicked off last night's Speakers' Dinner at the Belvedere Restaurant, interviewed by Matthew Kaminski. They were followed by General David H. Petraeus, US Army (Ret.) and Former Polish President Aleksander Kwaśniewski, the man who led Poland into the European Union. An evening full of insights on Russia testing NATO borders and President Trump's reaction, brilliantly moderator by Corinna Hoyer and curated by Mor Eini. Today, we are diving into an array of panels, fireside talks and plenum discussions with 180+ members attending the conference. Proud to be a WORLD.MINDS shareholder.
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Christoph Keese

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Heute erscheint Angela Merkels Autobiographie. Ich konnte sie noch nicht lesen, wohl aber ihr großes Interview im DER SPIEGEL. Mindestens so interessant wie das, was im Buch steht, scheint zu sein, was nicht darin steht. „Wir erfahren kaum Neues über Ihr Verhältnis zu Helmut Kohl oder Barack Obama. Frankreich und China finden auf wenigen Seiten statt, bis auf Israel ist der Nahe Osten eine Leerstelle. Wollten Sie das Buch einfach schnell hinter sich bringen?", wird sie vom SPIEGEL gefragt. Zum Rücktritt Horst Köhlers, der sich von ihr im Regen stehen gelassen fühlte, zu ihrer Verhinderung Joachim Gaucks als Bundespräsident 2010 und zu Christian Wulffs Rücktritt schreibt sie nichts. Viele andere Dramen kommen nur flüchtig vor. Im Interview gibt Merkel eine einleuchtende Antwort, warum das so ist: Das Buch füllt gut 700 Seiten: „Unser ursprünglicher Traum waren sogar nur 500 Seiten. Man muss nicht immer unendlich viele Bände schreiben, um etwas verständlich machen zu können." Diese 700 Seiten hat sie gemeinsam mit ihrer Co-Autorin Beate Baumann, der langjährigen Vertrauten, in zwei große Abschnitte geteilt: „Ich bin jetzt 70 Jahre alt, 35 Jahre im Osten, 35 Jahre in der Politik, scheinbar zwei Leben, in Wahrheit aber ein Leben, und die zweite Hälfte ist ohne die erste nicht zu verstehen. Deshalb wollten wir unbedingt zwei Bände vermeiden, sonst hätten die einen nur die DDR-Zeit gelesen und andere nur die politische Zeit." Einleuchtend ist diese Antwort, überzeugend aber nicht. So wichtig ihr persönliche Prägung in der DDR auch war, mindestens so wichtig sind ihre 16 Jahre Kanzlerschaft. Sie kam in einer Zeit ins Amt, als Traditionen zerbrachen, Gewissheiten zerschellten, Mächte aufstiegen und scheiterten. Wenn die Euro-Zone Griechenland oder Portugal damals verstoßen hätte – wie sähe Europa heute aus? Wenn Merkel Putin mehr Misstrauen entgegen gebracht hätte – was dann? Wer einmal mit dem Schreiben beginnt, legt subjektive Zeitzeugenschaft ab. Individuelle Färbung und Selbstrechtfertigung gehören mit dazu. Merkel – das zeigt ihr Interview – geht nicht hart mit sich ins Gericht, weder zu Nordstream 2 noch zur Infrastruktur noch zur Digitalisierung. Das ist ihr gutes Recht. Gerade die Weigerung, Fehler einzugestehen und aufzuarbeiten, zeichnet ein Charakterbild, das eine Amtszeit rückwärts auf- und erschließt. So wie sie heute ist, so war sie eben damals schon. Trotzdem wüsste man gern mehr. Henry Kissinger hat mehr als 15 Bücher geschrieben, Helmut Schmidt war als Autor oder Herausgeber an mindestens 36 Werken beteiligt. Winston Churchills Autobiographie „Der Zweite Weltkrieg" umfasst 6 Bände, für die er mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnet wurde. All diese Autoren haben sanftes Licht auf sich selbst geworfen. Doch das macht sie nicht weniger lesenswert. Merkels Buch verlangt schon jetzt nach einer Fortsetzung. Meine LinkedIn-Posts direkt als Newsletter in Ihre Mailbox. Jederzeit kündbar, keine Werbung: https://lnkd.in/dMHjafsC
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